Randy Ullom: Kendall-Jackson

Randy Ullom, Leiter der Weinherstellung bei Kendall-Jackson, ist für das gesamte, 35 Marken umfassende Portfolio des Unternehmens mit einer Produktion von mehr als 5 Millionen Kisten pro Jahr zuständig. Ullom kam 1992 als Produktionsleiter für eine Reihe von Spezialitäten zu KJ, erhielt 1997 jedoch den Titel Weinmeister. Seit dieser Zeit hat das Unternehmen zahlreiche Veränderungen erfahren.

Vor Kurzem hatte ich die Gelegenheit, mit dem aus Ann Arbor stammenden Experten über seine ersten Erfahrungen in der Weinbranche zu sprechen.

Mit der Weinerzeugung erstmals in Berührung kamen Sie während Ihrer Zeit in Chile, damals in den 70ern. Was denken Sie über die Entwicklung chilenischer Weine seit jener Zeit?

Diese Weine haben einen außerordentlichen Wandel durchlaufen. Damals wurde die Region Cauquenes mit Sonoma und den kühleren Regionen bei uns verglichen. Heute pflanzt man da unten auf Hügeln, Böschungen und Höhenzügen an. In unserem Unternehmen, Calina, haben wir damit vor 21 Jahren begonnen.

Auch in New York und Ohio – vor der Prohibition echten Hot Spots in der Weinherstellung – waren Sie bereits tätig. Wie haben Sie den Wechsel nach Kalifornien, mit seinen gänzlich unterschiedlichen klimatischen und geologischen Bedingungen, erlebt?

Weitaus besseres Klima und somit bessere Trauben – mit anderen Worten, vinifera statt heimischer amerikanischer Trauben und Hybridsorten. Aber man kann der Ostküste mit ihren extremen Wachstumsbedingungen und strengen Wintern keinen Vorwurf für die Dominanz dieser Kultursorten machen. Winterhärte ist nun einmal ein Merkmal, das Vitis vinifera fehlt.

Außerdem erlaubt uns der Mangel an Regen und Feuchtigkeit hier in Kalifornien, weniger zu spritzen. Die Trauben lassen sich einfacher anbauen und von Insekten oder Mehltau freihalten. Fast schon zu einfach! Das und Sonne jeden Tag – was will man mehr?

Wie oft sind Sie tatsächlich draußen in den Weinbergen?

Von Dezember bis Februar vielleicht einmal pro Monat. Von März bis April dann schon einmal pro Woche. Im Mai und Juni zweimal pro Woche. Von Juli bis Mitte August praktisch jeden zweiten Tag. Und von Mitte August bis zum 10. November im Prinzip täglich.

Welche Traube würden Sie als die schwierigste bezeichnen, mit der Sie je gearbeitet haben?

Pinot Noir – die hat ihren eigenen Kopf!

Welche Paarung aus Wein und gutem Essen verzaubert Sie immer wieder aufs Neue?

An den Weihnachtsfeiertagen ist das der Kendall-Jackson Vintner’s Reserve Chardonnay ($15, 13,5% vol.) zu frischer Dungeness Krabbe an französischem Baguette.

 

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Weitere Informationen zur Kellerei und ihren Produkten finden Sie auf kj.com  

Über den Autor

Ben Carter lebt seit jeher in Memphis, Tennessee, und hat 2005 begonnen, Online-Artikel zum Thema Wein und Essen zu verfassen. Nach ersten Veröffentlichungen auf seinem Blog Benito’s Wine Reviews, schrieb er unter anderem für Serious Eats, Snooth und Palate Press. Auch im Wall Street Journal wurde er bereits lobend erwähnt. Tagsüber arbeitet er im Qualitätsmanagement eines großen Unternehmens.

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